Rumpelstilzchen is a quintessentially German tale collected by the Brothers Grimm from the Hessian oral tradition. The name literally means 'little rattle stilt,' referring to a type of goblin. The story reflects German folklore about Rumpelgeister (rattling ghosts) and the widespread Germanic belief in the magical power of true names.
1.Careless boasts and promises can trap you in impossible situations
2.In German folklore, knowing a magical being's true name gives you power over them
3.The tale warns against greed at every level, from the miller to the king
Rumpelstilzchen
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Es war einmal ein Muller, der war arm, aber er hatte eine schone Tochter. Nun traf es sich, dass er mit dem König zu sprechen kam, und um sich wichtig zu machen, sagte er zu ihm: «Ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen.» Der König sprach zum Muller: «Das ist eine Kunst, die mir wohl gefallt. Wenn deine Tochter so geschickt ist, so bring sie morgen in mein Schloss, da will ich sie auf die Probe stellen.»
Als das Madchen zu ihm gebracht wurde, führte er es in eine Kammer, die ganz voll Stroh lag. Da war ein Spinnrad und eine Spule, und er sprach: «Jetzt arbeite, und wenn du diese Nacht das Stroh nicht zu Gold gesponnen hast, so musst du sterben.» Dann schloss er die Tür zu, und sie blieb allein.
Da sass nun die arme Mullerstochter und wusste keinen Rat. Da ging auf einmal die Tür auf, und ein kleines Mannchen trat herein. Es hatte ein graues Röcklein an und sprach: «Guten Abend, Jungfer Mullerin, warum weint Sie so sehr? — Ach, antwortete das Madchen, ich soll Stroh zu Gold spinnen und kann es nicht. — Was gibst du mir, wenn ich dir das spinn? — Mein Halsband, sagte das Madchen.»
Das Mannchen nahm das Halsband, setzte sich vor das Rad, und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war die Spule voll. Und so ging es weiter, bis am Morgen alles Stroh zu Gold gesponnen war.
Der König kam am Morgen, und als er das Gold sah, wunderte er sich und freute sich, aber sein Herz wurde nur noch habgieriger. Er liess die Mullerstochter in eine andere, viel grossere Kammer bringen, die voll Stroh lag, und befahl ihr, auch das in einer Nacht zu spinnen, wenn ihr das Leben lieb sei. Das Mannchen kam wieder und half, gegen den Ring an ihrem Finger.
Als der König auch dieses Gold sah, war er vor Freude ausser sich und wollte die Mullerstochter heiraten. Aber er gebot ihr zum dritten Mal zu spinnen. Sie hatte nichts mehr zu geben, und das Mannchen verlangte: «So versprich mir, wenn du Königin wirst, dein erstes Kind.» Sie dachte: «Wer weiss, ob das jemals geschieht?» und versprach es.
Als der König am Morgen alles fand, wie er es gewünscht hatte, heiratete er sie, und die Mullerstochter wurde eine Königin.
Nach einem Jahr gebar sie ein schones Kind und dachte gar nicht mehr an das Mannchen. Doch plotzlich trat es in ihre Stube und sprach: «Nun, Königin, gib mir, was du mir versprochen hast.» Die Königin erschrak und bot dem Mannchen alle Reichtümer des Königreichs an. Er aber sprach: «Nein, etwas Lebendes ist mir lieber als alle Schätze der Welt.»
Da fing die Königin an zu weinen und zu klagen, so dass dem Mannchen Leigh wurde. «Ich gebe dir drei Tage Zeit,» sprach er, «wenn du bis dahin meinen Namen herausfindest, so sollst du dein Kind behalten.»
Die Königin liess alle Namen, die es gab, zusammenbringen und sandte Boten ins ganze Land. Am ersten Tag nannte sie Kaspar, Melchior, Balthasar und alle Namen, die sie kannte, aber zu jedem sagte das Mannchen: «Das ist nicht mein Name.»
Am zweiten Tag liess sie in den Nachbarlandern nachfragen. Am dritten Tag kam ein Bote zuruck und berichtete: «Ich habe keinen einzigen neuen Namen finden konnen, aber als ich auf einen hohen Berg kam, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, da sah ich ein Hauschen, und vor dem Haus brannte ein Feuer, und um das Feuer sprang ein gar lustiges Mannchen auf einem Bein und sang:
«Heut back ich, morgen brau ich,
Ubermorgen hol ich der Königin ihr Kind;
Ach, wie gut ist, dass niemand weiss,
dass ich Rumpelstilzchen heiss!»
Die Königin freute sich. Als das Mannchen kam, fragte sie: «Heisst du Rumpelstilzchen?» «Das hat dir die Hexe gesagt, das hat dir die Hexe gesagt!» schrie das Mannchen, stampfte mit dem rechten Fuss so tief in die Erde, dass er bis zur Mitte versank. Dann riss er in seiner Wut den linken Fuss so heftig mit beiden Handen hoch, dass er sich mitten entzwei zerriss. So behielt die Königin ihr Kind.
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Cultural Note
Rumpelstilzchen is a quintessentially German tale collected by the Brothers Grimm from the Hessian oral tradition. The name literally means 'little rattle stilt,' referring to a type of goblin. The story reflects German folklore about Rumpelgeister (rattling ghosts) and the widespread Germanic belief in the magical power of true names.
Frequently Asked Questions
Editorial Review
E-E-A-T
Reviewed by
Dr. Eleanor Vance, Folklore Studies
Last updated
April 6, 2026
Sources & References
1.Zipes, J. — The Brothers Grimm: From Enchanted Forests to the Modern World (2002)
2.Tatar, M. — The Hard Facts of the Grimms' Fairy Tales (1987)
3.Jack Zipes — Fairy Tales and the Art of Subversion (1983)