Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen vom Himmel wie Federn. Da sass eine Koenigin an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und naehte. Da stach sie sich in den Finger, und drei Tropfen Blut fielen in den Schnee. Und sie dachte: "Haette ich doch ein Kind, so weiss wie Schnee, so rot wie Blut, und so schwarz wie das Holz an dem Fenster." Bald darauf bekam sie ein Toechterlein, das war so weiss wie Schnee, so rot wie Blut, und so schwarzhaarig wie Ebenholz, und ward darum das Schneewittchen genannt. Als das Kind geboren war, starb die Koenigin.
Der Koenig nahm sich eine andere Frau. Sie war eine schoene Frau, aber stolz und uebermuethig und konnte es nicht leiden, dass ihr jemand an Schoenheit sollte gleichkommen. Sie hatte einen wunderbaren Spiegel, und wenn sie vor ihn trat und sprach: "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schoenste im ganzen Land?" so antwortete er: "Frau Koenigin, du bist die Schoenste im Land."
Schneewittchen aber wuchs heran und ward immer schoener, und als es sieben Jahre alt war, war es so schoen wie der klare Tag und schoener als die Koenigin selbst. Als diese einmal den Spiegel fragte, sprach er: "Frau Koenigin, du bist die Schoenste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schoener als du."
Da erschrak die Koenigin und wurde gelb und gruen vor Neid. Sie rief einen Jaeger und befahl ihm, Schneewittchen in den Wald zu fuehren und zu toeten. Der Jaeger hatte Mitleid und liess sie laufen. Schneewittchen irrte durch den Wald, bis sie ein kleines Haus fand, worin alles winzig, aber ordentlich und reinlich war: sieben kleine Teller, sieben kleine Bettchen. Die sieben Zwerge, Bewohner des Haeuschens, fanden sie und nahmen sie auf.
Die Koenigin erfuhr durch ihren Spiegel, dass Schneewittchen noch lebte. Sie verkleidete sich dreimal: als alte Kauffrau mit einem Geschnuer, als Kammhaendlerin mit einem vergifteten Kamm, und schliesslich als Bauersfrau mit einem vergifteten Apfel. Beim ersten Biss in den Apfel fiel Schneewittchen tot um. Die Zwerge konnten sie nicht beerdigen, so schoen sah sie noch aus. Sie setzten sie in einen glaesernen Sarg.
Ein Koenigssohn, der vorbeiritt, sah den Sarg und bat um ihn. Als seine Diener den Sarg trugen, stotterte einer ueber ein Gebuesch, und der vergiftete Apfel sprang aus Schneewittchens Hals. Sie erwachte. Der Prinz freite sie, und die boese Koenigin musste in roheisernen Schuhen tanzen, bis sie tot zusammenbrach.
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Schneewittchen is one of the most beloved German fairy tales, collected by the Brothers Grimm in their 1812 first edition. The story is deeply rooted in German folklore, with scholars tracing elements to real historical events in the Lohr am Main region of Bavaria.
Reviewed by
Dr. Eleanor Vance, Folklore Studies
Last updated
April 30, 2026
Sources & References
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| Language/Region | Cultural Context | Key Features | Story Length |
|---|---|---|---|
en Germany | Europe The Grimm version features three assassination attempts by the queen rather than the single poisoned apple most people know from the Disney film. | Unique cultural note about Europe traditions More detailed version Includes key takeaways Includes FAQ section | 1,964 words |
fr France | Europe The French tradition of Snow White draws heavily from the Grimm version, though Charles Perrault also recorded similar tales of jealous stepmothers. The French adaptation emphasizes the elegance of the princess and the cruelty of vanity. | Unique cultural note about Europe traditions More concise version Includes key takeaways Includes FAQ section | 363 words |
de Germany | Europe Schneewittchen is one of the most beloved German fairy tales, collected by the Brothers Grimm in their 1812 first edition. The story is deeply rooted in German folklore, with scholars tracing elements to real historical events in the Lohr am Main region of Bavaria. | Unique cultural note about Europe traditions More concise version Includes key takeaways Includes FAQ section | 404 words |
es Spain | Europe The Spanish version of Blancanieves follows the Grimm tradition closely. Spain has its own rich tradition of oral folktales featuring jealous stepmothers and magical mirrors, documented by folklorists like Aurelio Espinosa in the early 20th century. | Unique cultural note about Europe traditions More concise version Includes key takeaways Includes FAQ section | 322 words |
I love how this variant emphasizes the role of the magical helper. It's so different from the version I grew up with!
The ATU 510A classification really helps in seeing the structural similarities with Ye Xian. Fascinating stuff.
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