In China stand der Palast des Kaisers, der praechtigste der ganzen Welt. Er war aus dem feinsten Porzellan, so zart und schoen, dass man sehr vorsichtig sein musste, es nicht zu beruehren. In den Garten wuchsen die wunderbarsten Bluemen, und die schoensten von allen waren mit kleinen Silbergloeckchen verbunden, die so lieblich klangen, dass die Vorbeigehenden nicht umhin konnten, sie zu bemerken. Hinter den Gaerten erstreckte sich ein grosser Wald, und in diesem Wald lebte eine kleine Nachtigall, deren Gesang so schoen war, dass selbst der arme Fischer innehielt, um zuzuhoeren. Reisende aus jedem Land kamen, um sie singen zu hoeren.
Eines Tages las der Kaiser von dieser Nachtigall in einem Buch. Er befahl seinen Hoeflingen, den Vogel zu finden. Nach langer Suche fuehrte ein kleines Kuechenmaedchen sie in den Wald. Die Nachtigall stimmte zu, an den Hof zu kommen, denn sie sang am besten, wenn sie frei war. Als sie am Hof sang, war der Kaiser so geruehrt, dass ihm Traenen in die Augen kamen. Erklaerte die Nachtigall zum groessten Schatz seines Reiches und bot ihr eine goldene Stange und seinen goldenen Schuh an, aber die Nachtigall lehnte ab und sagte, die Traenen in den Augen des Kaisers seien ihr Lohn.
Nicht lange danach schickte der Kaiser von Japan ein praechtiges Geschenk: eine mechanische Nachtigall, besetzt mit Diamanten, Rubinen und Saphiren. Der kuenstliche Vogel sang denselben Walzer vierunddreissig Mal ohne Unterbrechung und sah weit praechtiger aus als der schlichte graue echte Vogel. Die Hoeflinge und der Kaiser waren begeistert von dem Uhrmacher-Vogel. Die echte Nachtigall, vernachlaessigt und vergessen, flog davon. Niemand bemerkte, dass sie gegangen war.
Ein ganzes Jahr verging. Eines Abends, als der Uhrmacher-Vogel seinen brillantesten Passagen spielte, gab es ploetzlich einen Knall und ein Schwirren. Etwas im Vogel war gebrochen. Der Uhrmacher untersuchte den Vogel und sagte, seine Zaehnrader seien abgenutzt und koennten nicht repariert werden. Der Vogel konnte nur noch einmal im Jahr gespielt werden.
Der Kaiser wurde ohne seine Musik traurig. Dann, an einem kalten Winternacht, lag der Kaiser schwer krank in seinem grossen Bett. Der Tod selbst sasz auf der Brust des Kaisers und trug seine goldene Krone. Der Kaiser japste nach Atem und schrie nach Musik. Aber der mechanische Vogel war stumm.
Da kam durch das offene Fenster der herrlichste Gesang. Die echte Nachtigall hatte von der Krankheit des Kaisers gehoert und war gekommen, um fuer ihn zu singen. Ihr Gesang war so schoen, dass selbst der Tod zuhoerte. Sie sang vom friedlichen Kirchhof, wo weisse Rosen bluehen und die Sonne die Erde waermt. Der Tod sehnte sich nach seinem Garten und erhob sich langsam von der Brust des Kaisers. Der Kaiser genas und dankte der Nachtigall von ganzem Herzen. Er bat sie, fuer immer zu bleiben. Aber die Nachtigall sagte, sie koenne nicht im Kaefig leben. Sie wuerde kommen und frei singen, auf dem Ast vor dem Fenster des Kaisers, singen von denen, die gluecklich sind, und denen, die leiden. Sie bat nur um eines: dass der Kaiser sie in seinem Herzen behalte.
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Andersen schrieb dieses Maerchen nach seiner unerwiderten Liebe zur schwedischen Opernsaengerin Jenny Lind, bekannt als die Schwedische Nachtigall.
Reviewed by
Dr. Eleanor Vance, Folklore Studies
Last updated
April 30, 2026
Sources & References
Explore how this Andersen tale transforms across different cultures and languages.
| Language/Region | Cultural Context | Key Features | Story Length |
|---|---|---|---|
en Denmark | Europe Andersen wrote this tale after being inspired by his unrequited love for the Swedish opera singer Jenny Lind, known as 'the Swedish Nightingale.' | Unique cultural note about Europe traditions More detailed version Includes key takeaways Includes FAQ section | 708 words |
de Germany | Western Europe Andersen schrieb dieses Maerchen nach seiner unerwiderten Liebe zur schwedischen Opernsaengerin Jenny Lind, bekannt als die Schwedische Nachtigall. | Unique cultural note about Western Europe traditions Includes key takeaways Includes FAQ section | 501 words |
fr France | Western Europe Andersen a ecrit ce conte apres avoir ete inspire par son amour non partage pour la chanteuse d'opera suedoise Jenny Lind, connue sous le nom de Rossignol suedois. | Unique cultural note about Western Europe traditions Includes key takeaways Includes FAQ section | 529 words |
es Spain | Southern Europe Andersen escribio este cuento despues de haber sido inspirado por su amor no correspondido por la cantante de opera sueca Jenny Lind, conocida como el Ruiseñor Sueco. | Unique cultural note about Southern Europe traditions Includes key takeaways Includes FAQ section | 529 words |
zh China | East Asia 安徒生写这个童话时受到他对瑞典歌剧演唱家珍妮·林德的单相思的启发,她被称为'瑞典夜莺'. | Unique cultural note about East Asia traditions More concise version Includes key takeaways Includes FAQ section | 6 words |
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